…Traurigkeit.
Nicht die laute Traurigkeit.
Nicht die, die gesehen werden will.
Sondern diese stille Form von Trauer,
die jahrelang unter der Wut lag
wie ein vergessenes Kind unter einer Decke.
Früher durfte sie nicht da sein.
Also wurde ich stark.
Oder besser gesagt:
Ich lernte, stark wirken zu müssen.
Doch Stärke war oft nur Spannung.
Kontrolle.
Festhalten.
Nicht fühlen.
Und vielleicht war genau das mein größter Irrtum:
Dass ich dachte, Heilung bedeutet, anders zu werden.
Heute glaube ich etwas anderes.
Vielleicht bedeutet Heilung nicht,
keine Wut mehr zu haben.
Keine Angst mehr zu spüren.
Nie wieder traurig zu sein.
Vielleicht bedeutet Heilung,
zu erkennen,
dass all diese Gefühle einmal versucht haben, mich zu retten.
Und vielleicht beginnt Liebe genau dort,
wo ich aufhöre, gegen mich selbst zu kämpfen.
Denn tief unter der Wut,
unter der Angst,
unter all den Schutzmechanismen …
saß die ganze Zeit nur ein Kind,
das lernen musste, sich selbst festzuhalten.
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